„Dieser Tag lehrt Sie, Nein zu sagen.“
Selten hat mich eine Rede so bewegt wie die von Navid Kermani beim Feierlichen Gelöbnis der Bundeswehr am 20. Juli im Bendlerblock.
Sie war für mich weit mehr als eine Rede über die Bundeswehr. Sie war ein Bekenntnis zum Rechtsstaat, zur Menschenwürde, zum Grundgesetz und zu der regelbasierten internationalen Ordnung, die als Antwort auf die Verbrechen des Zweiten Weltkriegs entstanden ist und heute wieder zunehmend infrage gestellt wird.
Gerade in einer Zeit, in der das Völkerrecht immer häufiger hinter politische Interessen zurückzutreten scheint, braucht es Menschen, die Klartext sprechen. Die bereit sind, offenkundige Völkerrechtsverstöße auch als solche zu benennen - unabhängig davon, von wem sie ausgehen. Das erfordert Haltung.
Für mich als außenpolitischen Sprecher einer jüngeren Generation von Politikerinnen und Politikern ist diese Rede deshalb auch eine Ermutigung. Sie erinnert daran, dass Verantwortung nicht heißt, dem jeweiligen Zeitgeist zu folgen, sondern den eigenen Kompass an Recht, Menschlichkeit und den Werten unseres Grundgesetzes auszurichten. Mein herzlicher Dank gilt Navid Kermani für diese außergewöhnliche Rede. Ebenso danke ich den Rekrutinnen und Rekruten der Bundeswehr. Sie übernehmen Verantwortung für unsere Freiheit und unsere Demokratie - im Bewusstsein, dass der höchste Ausdruck soldatischer Pflichterfüllung manchmal darin besteht, Nein zu sagen.
Hvala. Mersi. Von Herzen: Danke.